An wenigen Sportarten scheiden sich die Geister so deutlich wie an vielen Kampfsportarten. Auf der einen Seite stehen die Kritiker, in deren Augen Athleten und Fans nichts weiter als verrohte Grobiane mit der Lust am Schmerz sind. Die andere Seite hält statt dessen immer wieder dagegen, dass es gerade Kampfsport um ein wichtiges Ziel geht – den gegenseitigen Respekt vor dem Gegner.
Welche der beiden Seiten hat am Ende aber recht?
Fakt ist – weder Kritiker noch Befürworter können die letzten Zweifel des anderen ausräumen. Schuld an dieser festgefahrenen Situation sind gerade beim Kampfsport die zwei Seiten der Medaille.
Ying und Yang im Kampfsport
Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion um das sogenannte Ultimate Fighting bzw. den Free Fight, in dem es scheinbar ohne Regeln nur um den K.o. des Gegners geht, ist sicher eine objektive und sachliche Diskussion wünschenswert. Gerade im Bereich der verschiedensten Kampfsportarten tummeln sich nach Meinung vieler Kritiker nur gewaltbereite Charaktere und beeinflussen ihr Umfeld negativ. Besonders Kinder und Jugendliche werden in den Kampfsportschulen angeblich zu mehr Gewalt erzogen. Auf der einen Seite mag zwar stimmen, dass gerade Hollywood mit seinen Martial-Arts-Filmen und dem freizügigen Umgang mit Gewalt ein Zerrbild erzeugt.
Kampfsportler wehren sich aber gegen das Argument, andere zu mehr Gewalt aufzurufen. Vielmehr geht es gerade im Kampfsport darum, gegenseitigen Respekt und die Kontrolle der eigenen Fähigkeiten zu erlernen. Wer aus der Motivation heraus, andere „platt machen zu wollen, in den Kampfsportschulen erscheint, wird mit einer herben Enttäuschung leben müssen. Zuerst geht es immer um Körperbeherrschung, Respekt und Kontrolle – erst an letzter Stelle kommt wirklich der Einsatz gezielter Gewalt.
Besonders die Auswirkung des Kampfsports auf Kinder und Jugendliche wird an dieser Stelle hervorgehoben. Studien haben gezeigt, dass Probanden mit Kampfsporterfahrung wesentlich ruhiger, ausgeglichener und selbstbewusster in Ihrem Auftreten erscheinen als die Kontrollgruppe. Zudem können Jugendliche, die in ihrer Freizeit regelmäßig Kampfsportarten trainieren, sich oft besser in Gruppen integrieren, und zeigen ein deutlich höheres Durchhaltevermögen beim Entwickeln von Problemlösungen.
Fazit: Wer sich für einen Kampfsport entscheidet, lernt das eigene „Gewaltpotenzial“ kennen. Allerdings ist damit niemand automatisch ein Schläger oder wird zur Gefahr für die Öffentlichkeit, sondern lernt vielmehr, sich zu beherrschen.
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