Die Hauptwaffe der japanischen Samurai beeindruckt den Betrachter noch heute. Schließlich ist das Katana (japanisches Langschwert) für seine Schärfe und Präzession berühmt geworden. Und noch etwas hat das Ende der Samurai überdauert – ihre Art zu kämpfen. Neben den bekannten Kampfsportarten, bei denen der gesamte Körper eingesetzt wird, finden auch andere Kampfstile in Europa immer mehr Anhänger. Dazu zählt unter anderem Kendō – die abgewandelte Form des Schwertkampfes. Neben den eigentlichen Techniken und Fertigkeiten dreht sich die „Ausbildung“ beim Kendo auch um die geistige Schule.
Die Geschichte des modernen Kendō lässt sich in Japan bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen. Mit dem Ende der Kriegerkaste wurde Kendō hauptsächlich in den Reihen der Polizei weitergeführt. Erst nach und nach sollte es auch in den Alltag der Japaner Einzug halten. Statt mit einem schweren Holzschwert zu trainieren, kommt bei der modernen Form des Kendō das Shinai (Übungsschwert aus mehreren Lagen Bambus) zum Einsatz. Zum Schutz vor den Schlägen des Gegners besitzt jeder Kendōka eine „Rüstung“, die Kopf-, Rumpf- und Lendenschutz umfasst. Zusätzlich schützt der Kendōka Arme und Hände.
Ziel eines Kampfes sind Treffer an Kopf, Arm, dem Oberkörper oder Hals. Neben der erwähnten Schutzkleidung gehört zur Ausrüstung eines Kendōka auch die traditionelle Unterbekleidung – bestehend aus Jacke und Hose. Gefärbt mit Indigo verleihen sie dem Kämpfer das charakteristische Aussehen. Indigo kommt aus einem ganz besonderen Grund zum Einsatz – ihm wird eine blutstillende Wirkung nachgesagt. Anders als in Europa, wo Kendō immer noch den Charakter eines Randkampfsports hat, zählt es in Japan zu den beliebtesten Freizeitbeschäftigungen.
Ähnlich anderen Formen im Kampfsport kennt das Kendō verschiedene Grade. Offiziell werden in Japan 10 Kyû-Grade und 10 Dan-Grade unterschieden. Allerdings hat der deutsche Verband die Regelungen des Zen Nihon Kendō Renmei etwas abgeändert – es sind lediglich sechs Kyû-Grade vorgesehen. Um zwischen den einzelnen Graden wechseln zu können und anschließend in die Dan-Grade aufzusteigen, muss jeder Kendōka sein Können in Prüfungen unter Beweis stellen.
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