In der Vergangenheit rieten Mediziner ihren Patienten in der Regel vom Kraftsport ab. Wesentlich größere Chancen versprachen Ausdauersportarten, wie das Laufen oder Radfahren. Zugegeben – das eine zu geringe sportliche Aktivität und kardiovaskuläre Krankheitsbilder Hand in Hand gehen können (speziell, wenn das eine oder andere Pfund zuviel mit im Spiel ist) weiß die moderne Humanmedizin schon lange. Eine Kontraindizierung des Kraftsports scheint aufgrund aktueller Studien allerdings fehl am Platze.
Neuere Untersuchungen räumen in zunehmenden Maß mit dem Glauben der Mediziner auf, dass die plötzliche Anstrengung beim Kraftsport einen überschießenden Blutdruck zur Folge hat. Anscheinend ist bei Workouts, die ohne Pressatmung durchgeführt werden, sogar das genaue Gegenteil der Fall. Allein schon die Tatsache, dass Krafttraining gegenüber dem Ergometer teilweise einen deutlich niedrigeren Anstieg des Blutdrucks zeigt, müsste eigentlich verwundern. Aber die Forscher der Universität Kiel haben noch einen viel verblüffenderen Zusammenhang in ihrer Studie gefunden.
Anscheinend hängen das Ausmaß des Blutdruckanstiegs und die Intensität des Trainings umgekehrt proportional zusammen. Ins Deutsche übersetzt – je niedriger die Intensität (aber mit höheren Wiederholungszahlen), umso höher fällt auch der Blutdruckanstieg aus. Speziell das HIT (High Intensive Training) dürfte demnach besonders für Blutdruck-Patienten geeignet sein. Voraussetzung für den Nutzen eines kräftezehrenden Workouts bleibt aber immer die richtige Durchführung der Übungen und ein Verzicht auf die „beliebte“ Pressatmung.
Und noch eine positive Eigenschaft wird dem Kraftsport in der modernen Humanmedizin nachgesagt. Diabetes vom Typ II soll auf Kraftsport deutlich besser ansprechen als auf ein ausgedehntes Ausdauertraining. Nicht nur vor diesem Hintergrund lohnt sich der Gang ins Fitnessstudio – die richtige Mischung aus Ausdauer- und Krafttraining lässt zudem überflüssige Pfunde purzeln, senkt das Infarktrisiko und hat natürlich auch Auswirkungen auf Skelett und Gelenke.
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