Jeder Sportler kennt ihn, aber niemand hat ihn wirklich gern – den Muskelkater. Egal, ob nach dem Gewichte stemmen oder einer ausdauernden Trainingseinheit auf dem Fahrrad, Ausdauersportler und Bodybuilder spüren nach einigen Stunden, wie sich der Schmerz in den beanspruchten Muskeln breitmacht, und registrieren einen deutlichen Abfall der Maximalkraft. Spätestens an dieser Stelle wird zu alten Hausmitteln gegriffen, die angeblich beim ersten Anzeichen des Muskelkaters helfen und den Schmerz lindern sollen.
Die Palette reicht dabei von entzündungshemmenden Cremes über eine leichte Trainingseinheit bis zur Massage.
Was hilft davon allerdings wirklich? Und wie entsteht der Muskelkater überhaupt?
Entstehungsursachen des Muskelkaters
Auch heute ist die Meinung bei vielen Sportlern verbreitet, dass der Muskelkater durch eine Übersäuerung entsteht. Allerdings haben wissenschaftliche Studien in den vergangenen Jahren erwiesen, dass die Wirksamkeit der Milchsäure im Muskel bereits nach wenigen Minuten nachlässt. Erste Anzeichen des Muskelkaters zeigen sich aber erfahrungsgemäß erst Stunden nach der Belastung. Mittlerweile gehen Sportmediziner von einer anderen Ursache für den Muskelkater aus. Eine Erklärung zielt auf den Muskelkater nach ausdauernden Belastungen ab, wie etwa dem Marathonlauf, bei dem sich die Energiereserven der Muskelzellen vollkommen erschöpfen.
Untersuchungen am Zellgewebe der Marathonläufer haben eine ausgeprägte Zerstörung der Zellstruktur gezeigt, verbunden mit einem Anstieg der Leuko- und Erythrozyten – ein typisches Entzündungsmerkmal. Vollkommen andere Mechanismen scheinen dagegen den Muskelkater bei belastungsintensiven Sportarten auszulösen. Hier haben sich untern dem Mikroskop Schäden an den sogenannten Z-Scheiben nachweisen lassen. Das Versagen dieser Elemente, ausgelöst von einer exentrischen Kontraktion, dürfte nach Meinung der Wissenschaftler auf strukturelle Schwächen in den Zellen zurückgehen.
Muskelkater - Vorbeugen und Therapieren
Ein wichtiger Aspekt beim „Kampf gegen den Muskelkater“ ist die Prophylaxe. An dieser Stelle muss jeder Sportler zum einen auf die ausreichende Dehnung und Erwärmung der Muskulatur vor jeder Belastung achten. Auf der anderen Seite ist gleichzeitig ein Training mit „Verstand“ nötig. Sportmediziner raten immer zu einem langsamen Anstieg der Trainingsbelastung, um dem Muskelkater vorzubeugen. Nur so wird die Anpassung der Muskulatur verbessert und der folgende Trainingsreiz ohne Schäden aufgenommen.
Was aber tun, wenn sich der Schmerz im Muskel trotz aller Vorsicht breitmacht?
Grundsätzlich raten Mediziner in einem solchen Fall zu Ruhe und einer Trainingspause. Schließlich muss sich der Muskel erst regenerieren, was aber leichte Belastungen nicht ausschließt. Letzteres kann, kombiniert mit Dehnungsübungen, den Schmerz des Muskelkaters lindern – ein Effekt, den Sportler aus eigener Erfahrung kennen. Zusätzliche Linderung verschafft eine Wärmebehandlung in Form warmer Wickel oder eines Bades. Massagen der betroffenen Muskulatur sollten dagegen gemieden werden, da sie letzten Endes eher kontraproduktiv wirken. Und wer in der Vergangenheit auf den Einsatz von Cremes geschworen hat, wird angesichts wissenschaftlicher Studien enttäuscht sein – bisher wurde bei keinem Medikament eine eindeutige Wirksamkeit nachgewiesen.
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